
Website Relaunch Checkliste: 15 Schritte vor dem Launch
Ein Website Relaunch scheitert selten an der Technik, häufiger an fehlenden Redirects, vergessenen SEO-Grundlagen oder fehlendem Monitoring. Unsere 15-Punkte-Checkliste schützt Sie vor den häufigsten Fehlern.
Das Wichtigste in Kürze
- Warum braucht ein Relaunch eine Checkliste? Ein Website Relaunch ist eines der risikoreichsten Projekte im digitalen Marketing. Fehlerhafte Weiterleitungen, vergessene Meta-Daten oder ein fehlendes Monitoring können jahrelang aufgebauten SEO-Traffic innerhalb von Tagen vernichten.
- Wann sollte die Planung beginnen? Idealerweise 3–6 Monate vor dem geplanten Launch: Keyword-Analyse, URL-Konzept, Redirect-Mapping und Content-Audit gehören in die Vorbereitungsphase, nicht in die letzte Woche.
- Was sind die häufigsten Fehler beim Relaunch? Fehlende 301-Redirects von alten auf neue URLs, kein Crawl der alten Website vor dem Launch, vergessene Canonical Tags, fehlende Übergabe an Google Search Console und kein Post-Launch-Monitoring in den ersten Tagen.
- Welche technischen Schritte sind unverzichtbar? Redirect-Mapping aller bestehenden URLs, robots.txt- und Sitemap-Konfiguration, Core Web Vitals Prüfung, SSL-Zertifikat, strukturierte Daten und DSGVO-konforme Cookie-Einbindung.
- Wer sollte an einem Relaunch beteiligt sein? Ein erfolgreicher Relaunch braucht Abstimmung zwischen Webentwicklung, SEO, Redaktion, Geschäftsführung und je nach Branche auch Legal und IT.
Warum ein Relaunch ohne Checkliste riskant ist
Ein neues Design, schnellere Ladezeiten, eine klarere Nutzerführung. Mit diesen Zielen wird ein Relaunch fast immer angegangen. Geht man einen Website Relaunch unprofessionell an, sieht die Realität oft anders aus: Organischer Traffic bricht nach dem Launch um 30, 50 oder sogar 80 % ein und Leads bleiben aus.
Der Grund ist fast immer derselbe: Nicht die Technik hat versagt, sondern die Vorbereitung. Fehlende Weiterleitungen, eine vergessene robots.txt, nicht übertragene Strukturierte Daten oder ein Analytics-Setup, das nach dem Launch keine Daten mehr liefert. Das sind die echten Relaunch-Killer.
Diese Checkliste fasst 15 Schritte zusammen, die vor jedem Launch erledigt sein müssen. Gegliedert in vier Phasen: Strategie, Technik & SEO, Inhalte & Design, Testing & Launch.

Phase 1: Strategie & Planung
Schritt 1: Ziele und KPIs definieren
Bevor auch nur ein Wireframe gezeichnet wird, braucht es eine Antwort auf eine einfache Frage: Was soll die neue Website besser können als die alte?
Mehr Anfragen generieren? Die Absprungrate senken? Neue Zielgruppen ansprechen? Mobile-Conversions steigern? Ohne klare, messbare Ziele fehlt der Relaunch dem einzigen Kriterium, an dem er letztlich gemessen werden kann: Erfolg.
Legen Sie konkrete KPIs fest: organischer Traffic, Conversion Rate, Verweildauer, Seitenaufrufe pro Session, Anzahl qualifizierter Leads pro Monat. Diese Zahlen brauchen Sie auch als Ausgangswert, mit dem die neue Website nach dem Launch verglichen wird.
Schritt 2: Content-Audit der bestehenden Website
Nicht alle Inhalte der alten Website sollten mitgenommen werden. Ein systematischer Content-Audit zeigt, welche Seiten organischen Traffic bringen, welche Backlinks anziehen und welche seit Jahren ohne Besucher existieren.
Crawlen Sie die bestehende Website vollständig. Tools wie Screaming Frog, Sitebulb oder Ahrefs Site Audit eignen sich dafür. Exportieren Sie alle URLs mit Traffic-Daten aus Google Analytics und Search Console. Daraus entsteht eine priorisierte Liste: Seiten, die erhalten bleiben, Seiten, die zusammengeführt werden, und Seiten, die ohne Redirect entfernt werden können (weil sie weder Traffic noch Backlinks haben).
Kritischer Hinweis: Jede Seite mit organischem Traffic oder externen Backlinks braucht einen 301-Redirect auf die neue URL, sonst gehen Ranking-Signale verloren.
Schritt 3: URL-Konzept und Informationsarchitektur
Die neue Seitenstruktur sollte vor der Entwicklung feststehen, nicht während der Entwicklung. Denn jede nachträgliche Änderung der URL-Struktur bedeutet zusätzliche Redirect-Arbeit und erhöhtes Fehlerrisiko.
Entwickeln Sie eine neue Informationsarchitektur, die sowohl Nutzerführung als auch SEO berücksichtigt. Welche Hauptkategorien gibt es? Wie tief ist die Navigation? Welche URLs sind suchmaschinenfreundlich und gleichzeitig verständlich für Nutzer? Kurze, beschreibende URLs ohne unnötige Parameter oder Tiefenebenen sind das Ziel.
Phase 2: Technik & SEO
Schritt 4: Redirect-Mapping erstellen
Das Redirect-Mapping ist die wichtigste Einzelmaßnahme im gesamten Relaunch-Prozess. Es dokumentiert systematisch, welche alte URL auf welche neue URL weitergeleitet wird. Als 301-Redirect, der dem Browser und Google signalisiert: „Diese Seite ist dauerhaft umgezogen."
Erstellen Sie eine vollständige Tabelle aller bestehenden URLs (aus dem Crawl in Schritt 2) und ordnen Sie jeder alten URL die neue Ziel-URL zu. Dabei gilt: So spezifisch wie möglich, so allgemein wie nötig. Lieber eine direkte Seite-zu-Seite-Weiterleitung als alles auf die Startseite. Google wertet massenhafte Weiterleitungen auf die Homepage als „Soft 404".
Schritt 5: robots.txt und Sitemap konfigurieren
Zwei Dateien, die regelmäßig vergessen werden und nach dem Launch für erhebliche Probleme sorgen können.
Die robots.txt steuert, welche Bereiche der Website von Suchmaschinen gecrawlt werden dürfen. Während der Entwicklung ist die Staging-Umgebung oft vollständig geblockt, ein notwendiger Schritt. Das Problem: Nicht selten wird diese Einstellung versehentlich auf die Live-Website übertragen. Google kann die Seite dann nicht indexieren, der Traffic bricht auf null ein.
Die XML-Sitemap hilft Suchmaschinen, alle relevanten Seiten der neuen Website schnell zu entdecken. Nach dem Launch muss die Sitemap in der Google Search Console eingereicht werden, damit die neuen URLs zügig gecrawlt und indexiert werden.
Schritt 6: Meta-Daten, Canonical Tags und hreflang
Jede Seite der neuen Website braucht:
- Einen eindeutigen, keywordoptimierten Title-Tag (50–60 Zeichen)
- Eine klickmotivierende Meta-Description (140–160 Zeichen), die sich vom Title unterscheidet
- Einen Canonical Tag, der bei Duplikaten oder ähnlichen Inhalten die Hauptversion auszeichnet
- hreflang-Tags für alle internationalen Sprachversionen
Diese Daten werden bei Relaunches oft aus der alten Website übertragen ohne zu prüfen, ob sie für die neue Struktur noch korrekt sind. Ein systematischer Meta-Daten-Check vor dem Launch gehört auf jede Checkliste.
Schritt 7: Strukturierte Daten (Schema.org) übertragen und erweitern
Falls die alte Website bereits strukturierte Daten hatte, müssen diese in der neuen Website korrekt eingebunden sein. Falls nicht, ist ein Relaunch der ideale Zeitpunkt, Schema.org-Markup einzuführen.
Für eine Unternehmenswebsite gehören zumindest folgende Schema-Typen auf die Agenda: LocalBusiness oder ProfessionalService auf der Startseite, BreadcrumbList auf allen Unterseiten, FAQPage auf Seiten mit FAQ-Sektionen sowie Article auf Blogbeiträgen. Nach der Implementierung den Rich Results Test von Google nutzen, um die korrekte Ausgabe zu prüfen.
Schritt 8: Core Web Vitals und Performance
Google bewertet die Ladegeschwindigkeit und Nutzererfahrung als direkte Rankingfaktoren. Ein Relaunch ohne Performance-Check ist eine verschenkte Chance.
Messen Sie LCP (Largest Contentful Paint), CLS (Cumulative Layout Shift) und INP (Interaction to Next Paint) mit PageSpeed Insights und Google Search Console. Achten Sie besonders auf: Bildoptimierung (WebP-Format, Lazy Loading), kein render-blocking JavaScript, korrekte Font-Einbindung und einen effizienten Server-Response-Time. Ein Ziel-LCP unter 2,5 Sekunden gilt als „gut". Alles darüber kostet messbar Ranking und Conversion Rate.

Phase 3: Inhalte & Design
Schritt 9: Content vollständig prüfen und freigeben
Vor dem Launch muss jede Seite auf Vollständigkeit, Korrektheit und Qualität geprüft werden. Klingt selbstverständlich und wird trotzdem regelmäßig unterschätzt. Typische Probleme kurz vor Launch: Platzhaltertexte auf Unterseiten, fehlende Bilder, fehlerhafte interne Links, veraltete Preise oder Kontaktdaten und falsch eingebundene PDFs.
Entwickeln Sie eine Content-Freigabeliste pro Seite und holen Sie Freigaben strukturiert ein. Nicht per E-Mail-Ping-Pong, sondern in einem definierten Prozess mit klaren Verantwortlichkeiten.
Schritt 10: DSGVO-Compliance und Cookie-Einbindung
Datenschutz ist beim Relaunch kein Nachgedanke, sondern Pflicht. Prüfen Sie:
- Ist das Cookie Consent Management korrekt eingebunden und werden alle Dienste (Analytics, Maps, Social Embeds) erst nach aktiver Zustimmung geladen?
- Ist die Datenschutzerklärung aktuell und deckt alle eingesetzten Tools ab?
- Werden Formulardaten DSGVO-konform verarbeitet und gespeichert?
- Ist das SSL-Zertifikat korrekt konfiguriert und läuft HTTPS auf allen Seiten?
Ein Relaunch ohne geprüfte DSGVO-Konformität ist in Deutschland ein ernstes rechtliches Risiko.
Schritt 11: Mobile-Ansicht und Cross-Browser-Testing
Oft kommen über 60 % aller Suchanfragen von mobilen Endgeräten. Google bewertet primär die mobile Version einer Website. Eine neue Website, die auf dem Desktop perfekt aussieht und auf dem Smartphone stockt, ist kein fertiges Produkt.
Testen Sie die Website systematisch auf echten Endgeräten, nicht nur im Browser-Simulator. Mindestens: aktuelles iPhone (Safari), aktuelles Android-Gerät (Chrome), Desktop Chrome, Firefox und Edge. Achten Sie auf Touch-Targets (Buttons mindestens 44×44 px), Schriftgrößen (mindestens 16px Fließtext) und kein horizontales Scrollen.
Phase 4: Testing & Launch
Schritt 12: Staging-Umgebung vollständig testen
Bevor der Website Relaunch ausgerollt wird, muss die Staging-Umgebung als exakte Kopie der Live-Website existieren und vollständig getestet sein. Das umfasst: alle Formulare (Senden und Empfangen prüfen), alle Downloads und Funktionen, alle internen und externen Links, alle Redirect-Regeln, alle strukturierten Daten und alle Analytics-Tags. Sofern die Website unter das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) fällt, muss auch ein vollständiges Audit zur Barrierefreiheit erstellt werden und die Website ggf. noch nachjustiert werden.
Ein Fehler auf dem Staging kostet nichts. Derselbe Fehler auf Live kann Rankings, Leads und Vertrauen kosten.
Schritt 13: Analytics und Tracking korrekt einrichten
Google Analytics 4, Google Search Console, Tag Manager, alle Tracking-Systeme müssen nach dem Launch korrekt Daten liefern. Das klingt trivial, geht aber erschreckend häufig schief.
Prüfen Sie vor dem Launch: Feuern alle GA4-Events korrekt? Sind Conversion-Ziele definiert und getestet? Ist der Tag Manager auf allen Seiten eingebunden? Gibt es keinen Tracking-Code-Doppelzähler durch parallele Einbindung? Direkt nach dem Launch: Echtzeit-Ansicht in GA4 prüfen, ob der Traffic ankommen ist.
Schritt 14: 404-Seite und Fehlerseiten konfigurieren
Eine individuelle 404-Seite ist kein Luxus, sondern ein Qualitätsmerkmal. Sie fängt Nutzer auf, die durch fehlerhafte Links oder abgelaufene Bookmarks auf eine nicht existierende Seite geraten und gibt ihnen eine sinnvolle Weiterleitung statt einer Sackgasse.
Die 404-Seite sollte Navigationsoptionen, eine Suchfunktion und idealerweise eine kurze Erklärung bieten. Prüfen Sie außerdem, ob alle Server-Fehlercodes (403, 500, 503) korrekt konfiguriert sind.
Schritt 15: Post-Launch-Monitoring einrichten
Der Launch ist kein Abschluss, er ist der Startschuss für die kritischste Phase. In den ersten 30 Tagen nach einem Relaunch entscheidet sich, ob Google die neuen Seiten korrekt indexiert, ob Redirects funktionieren und ob der Traffic stabil bleibt oder einbricht.
Richten Sie ein Monitoring ein für: tägliche Indexierungsrate in Google Search Console, Rankings der wichtigsten Keywords (Ahrefs, Semrush oder Sistrix), Crawl-Fehler und 404-Meldungen in Search Console, Core Web Vitals und Uptime-Monitoring. Planen Sie mindestens wöchentliche Checks in den ersten vier Wochen ein.
Häufig gestellte Fragen zum Website Relaunch
Das hängt stark vom Umfang ab. Eine einfache Unternehmenswebsite mit 15–30 Seiten kann in 8–12 Wochen relaunct werden. Eine komplexe Plattform mit Mehrsprachigkeit oder individuellen Funktionen benötigt eher 4–9 Monate. Der häufigste Zeitfresser ist nicht die Entwicklung, sondern die Content-Erstellung und interne Freigabeprozesse. Beide sollten deshalb frühzeitig gestartet werden.
Die Spanne ist groß: Ein einfacher Relaunch auf Basis eines Standard-Themes beginnt ab ca. 3.000–5.000 €. Eine individuelle Unternehmenswebsite mit CMS, SEO-Begleitung und Content-Produktion liegt häufig zwischen 5.000 und 20.000 €. Enterprise-Projekte mit Mehrsprachigkeit, Systemintegrationen und Barrierefreiheit können weit darüber hinausgehen. Pauschalen ohne Anforderungsanalyse sind unseriös, ein gutes Briefing ist die Basis für jedes brauchbare Angebot.
Dann verlieren alle alten URLs ihre Ranking-Signale. Google sieht jede neue URL als komplett neue Seite, für die noch kein Vertrauen aufgebaut wurde. Das führt typischerweise zu einem signifikanten Traffic-Einbruch direkt nach dem Launch, der sich über Wochen oder Monate wieder erholen kann – oder auch nicht, wenn die Redirects dauerhaft fehlen. Für Seiten mit starken Backlinks ist das ein direkter Autoritätsverlust, der schwer zu kompensieren ist.
Nicht zwingend. Ein Relaunch und ein CMS-Wechsel sind zwei separate Entscheidungen, die oft fälschlicherweise gekoppelt werden. Ein Relaunch kann auf dem bestehenden CMS erfolgen: neues Design, neue Struktur, neue Inhalte. Ein CMS-Wechsel macht Sinn, wenn das aktuelle System technische Grenzen hat und mit einem Relaunch alleine nicht lösbar sind. Beides gleichzeitig erhöht die Projektkomplexität erheblich und sollte nur mit ausreichend Vorlaufzeit und Budget angegangen werden.
Nach Einreichung der Sitemap in der Google Search Console werden die meisten Seiten einer etablierten Domain innerhalb von 1–4 Wochen gecrawlt und indexiert. Neue Domains oder sehr große Websites können länger brauchen. Rankings für einzelne Keywords stabilisieren sich oft erst 4–8 Wochen nach dem Launch. Ein vorübergehender Rückgang direkt nach dem Relaunch ist normal und kein Grund zur Panik, solange Redirects und Technik korrekt konfiguriert sind.
Fazit: Der Launch ist kein Ende, sondern ein Anfang
Eine gute Relaunch-Checkliste schützt nicht vor allen Problemen, aber sie schützt vor den teuersten. Die 15 Schritte in diesem Artikel decken die kritischsten Bereiche ab: von der strategischen Vorbereitung über technisches SEO und Content bis hin zu Testing und Post-Launch-Monitoring.
Was bleibt: Ein Website Relaunch ist ein Projekt, das Ressourcen, Zeit und klare Verantwortlichkeiten braucht. Wer diese investiert, landet mit einer Website, die nicht nur neu aussieht – sondern besser performt.
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